Nyima Lhamo beim 9. Internationalen Menschenrechtsgipfel in Genf

Am 20. und 21. Februar fand zum neunten Mal der «Geneva Summit for Human Rights and Democracy» in Genf statt. Der Genfer Gipfel für Menschenrecht und Demokratie wird von 25 internationalen Organisationen gesponsert und bietet Dissidenten, Aktivisten und Journalisten eine Plattform, um über die Lage der Bürger und der Menschenrechte auf der Welt zu sprechen. Als einer der 25 Partnervereine luden wir dieses Jahr Nyima Lhamo als Tibet-Sprecherin ein. Nyima Lhamo ist die Nichte von Tenzin Delek Rinpoche, der widerrechtlich wegen seiner angeblichen Verwicklung in einen Sprengstoffanschlag zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Er starb mit 65 Jahren im 13. Jahr seiner Gefangenschaft.

Vor über 300 Zuhörern, darunter UN-Diplomaten und Menschenrechtsvertreter, erzählte sie, wie ihr Onkel im Gefängnis gefoltert wurde: «Er erzählte meiner Mutter, dass die Gefängnisleitung ihn so schwerer Folter unterworfen habe, dass er kaum bei Bewusstsein nur noch dahindämmerte. Die Gefängnisschergen schlugen ihn immer wieder, sie machten sich über seinen Titel als ‹geistlicher Lehrmeister› lustig und forderten ihn auf, seine spirituellen Fähigkeiten dadurch zu beweisen, dass er die Schläge von sich ablenkte». Weiter meinte sie, das einzige «Verbrechen» ihres Onkels sei sein Glaube an Seine Heiligkeit, den Dalai Lama, seine führende Rolle in der Gesellschaft und sein Einsatz für soziale und ökologische Belange gewesen.

«Ich stehe heute hier in der Hoffnung, dass die internationale Gemeinschaft, die sich den Menschenrechten, der Freiheit und Gerechtigkeit verpflichtet fühlt, eine gründliche Untersuchung startet und China dazu veranlassen wird, die Umstände, die zum Tod meines Onkels im Gefängnis führten, offenzulegen. Kein Land auf der Welt, nicht einmal China, ist immun gegen internationalen Druck. Deshalb kann China nur durch internationalen Druck für seine groben Menschenrechtsverletzungen in Tibet zur Verantwortung gezogen werden». 

«Schließlich bin ich zutiefst überzeugt, dass eine friedliche Lösung für Tibet die Achtung für die Menschenrechte in aller Welt und die Würde des Men- schen begünstigen wird»